Beilstein ⛰️, Bunker, Höhle und Bäume 🌳 mit Namen – Lettgenbrunn – Spessart – Wandern mit Hund 🐕

Nicht viele Ortschaften können von sich behaupten, dass sie im Laufe der Jahre dreimal wiederbesiedelt worden sind, aber Lettgenbrunn kann es. Und so ist es nicht verwunderlich, dass die Umgebung rund um Lettgenbrunn viele historische Attraktionen beherbergt. Nala und ich, wir haben uns auf ihre Spuren begeben. Kommt doch einfach mit. 

Die Wanderroute

Wanderroute Bilstein, Bunker, Höhle und Bäume mit Namen
Wanderroute: Beilstein, Bunker, Höhle und Bäume mit Namen

Ich parke vor einer kleinen, eher unscheinbaren Kirche. Aber schon diese Kirche ist eine interessante Attraktion von Lettgenbrunn. Es ist nämlich eine Doppelkirche.

Lettgenbrunn wurde im zweiten Weltkrieg für Bombenübungen entsiedelt und zerstört. Nach dem Krieg wurde die Ortschaft durch Sudeten und Ostpreußen erneut besiedelt und die heutige Doppelkirche durch Spendengelder von US Soldaten errichtet.

Die Doppelkirche, vor der ich geparkt habe, bietet im rechten Flügel den Katholiken und im linken Flügel den Protestanten ein Gotteshaus, dass sich den Glockenturm in der Mitte teilt.

Ich mache einige Fotos und Videos und strapaziere Nalas Geduld. Es wird Zeit loszuwinden und so folgen wir wenige Minuten später der Hauptstraße in Richtung der Dorfgrenze.

Kurz bevor wir Lettgenbrunn verlassen biegen wir rechts ab und wandern einen kleinen Berg hinauf, passieren auf einem kleinen Wiesenpfad die letzten Häuser um schlussendlich im Wald zu verschwinden.

Während Nala die neuen Gerüche der Umgebung aufnimmt schlurfe ich absichtlich mit meinen Füssen durch das hohe Laub. Die Bäume haben ihr Kleid abgelegt. Der Herbst im Spessart ist eine besondere Jahreszeit.

Es dauert nicht lange und eine kleine Felsformation baut sich am Wegesrand auf. Es ist der Beilstein. Die Lavaformation ist hier eine Besonderheit. Sie ist eine Randerscheinung der vulkanischen Aktivitäten, des nördlich an den Spessart grenzenden Vogelsberg.

In der Lavaformation befindet sich die größte Höhle im Main-Kinzig-Kreis. Ich riskiere einen Blick hinein während Nala etwas genervt einige Meter weiter warten muss. Zu verführerisch sind die Gerüche aus der Höhle, das Nala nicht auch einen Blick hinein riskieren möchte. Aber ich möchte die Fledermäuse in der Höhle nicht stören und so suchen wir nach einer Möglichkeit auf den Beilstein hinaufzusteigen.

Wir finden einen kleinen Pfad, dem wir folgen können. Oben auf dem Beilstein angekommen entdecken wir sofort die Mauerreste, der alten Burg Beilstein. Es ist nicht viel übrig, aber ich spüre die Geschichte in diesem Ort. Bei dieser Aussicht mussten die damaligen Bewohner wohl einfach eine Burg bauen.

Nala auf den Mauerresten der Beilsteinburg
Nala auf den Mauerresten der Beilsteinburg

Auch Nala genießt die Aussicht und tänzelt über die Überreste der Mauern. Ich nehme Platz und genieße die Natur für eine Weile, dann geht es den Beilstein wieder hinab.

Wir trotten durch den Spessart. Nala hängt Gerüchen hinterher und ich meinen Gedanken. Die Strecke ist Erholung pur.

Plötzlich meldet Nala mir, dass etwas auf dem Weg vor uns ihr unheimlich ist. Ich ruf sie zu mir und entdecke wenige Meter weiter ein Schild in Bodennähe, dass an einen Elektrozaun befestigt ist, der direkt über unseren Wanderweg verläuft.

Das Schild warnt vor fliegenden Golfbällen, der Zaun dient wohl dazu, dass die Wildschweine nicht den Golfplatz dahinter umpflügen. Ich hebe Nala hoch und trage sie über den Zaun. Nala ist das Hochheben gewöhnt. Wir haben für die Übernachtungen in unserem Dachzelt reichlich mit ihr geübt. Trotzdem muss das Absetzen immer wieder ausgiebig gefeiert werden und so tänzelt sie schwanzwedelnd um mich herum bevor wir uns weiter auf den Weg machen können.

Wir haben den Golfplatz fast schon hinter uns gelassen, da sehe ich auf meinem Navi, dass ich eigentlich direkt neben einem Bunker stehen müsste. Allerdings kann ich keinen entdecken. Es dauert eine ganze Weile bis ich die merkwürdig geformte Felsformation mitten auf dem Golfplatz als Bunker erkenne.

Aus diesem Bunker heraus hat man sich im zweiten Weltkrieg die Abwurfübungen auf die umliegenden Dörfer angeschaut und versucht die Kriegsmaschinerie zu optimieren. Ein Vorgehen, dass mir in dieser idyllischen Natur nicht fremder erscheinen könnte.

Nach dem Bunker kann ich mit Nala etwas Strecke machen. Wir passieren einzelne Schneefelder und jede Menge alte Bäume bis ich vor dem Schild des Don Bosco Trails stehe. Der Don Bosco Trail ist eine Mountainbikestrecke. Im Winter ist sie aber anscheinend geschlossen.

Ich folge dem Eselsweg. Es sit einer der bekanntesten Fernwanderwege hier im Spessart. Mit seinen 110 km Länge schlängelt er sich durch den ganzen Spessart. Es ist die Route auf der früher die Salzhändler auf Eseln ihre Waren von Bad Orb nach Miltenberg gebracht haben.

Nala in der Schutzhütte neben der Bismarck-Eiche
Nala in der Schutzhütte neben der Bismarck-Eiche

Wir passieren noch die Bismarck-Eiche und die John-Buche als in der Ferne die ersten Häuser von Lettgenbrunn wieder auftauchen. Eine abwechslungsreiche und interessante Tour geht zu Ende. Knapp über 10 km zeigt das Navi an. Auf der einen Seite scheint die Zeit hier etwas stehen geblieben zu sein, aber auf der anderen Seite verging sie wie im Fluge.

Infos für Hundebesitzer

Im Sommer solltet ihr für euren Hund Wasser mitnehmen. 

Daten zur Wanderung und Download GPX File

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Fazit

Es gibt nur wenige Touren, die so abwechslungsreich wie diese sind. Für Historiker ein echtes Muss.

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