Was wir bei der Auswahl unseres Reisemobils beachtet haben

Die Auswahl des Reisemobils ist eine wichtige Entscheidung. Es ist nicht nur eine Frage der Vernunft und des Budgets, sondern auch des Glaubens und des Geschmacks. Hier findest du unseren Entscheidungsweg.

Welche Ansprüche müssen bei der Auswahl des Reisemobils erfüllt werden?

Wir können nur eine vernünftige Auswahl treffen, wenn wir wissen was wir brauchen. Für welche Bedürfnisse brauchen wir unser Fahrzeug?

Für welchen Einsatzzweck

Wir möchten mit unserem Reisemobil einmal um die Welt fahren. Das bedeutet, dass wir auf allen Straßen unterwegs sein werden. Egal ob Asphalt, Schotter, Tiefsand, Schnee oder Schlamm. Das Fahrzeug muss damit zurecht kommen. Durch Austausch mit anderen Fernreisenden und Recherche im Internet gehen wir davon aus, dass wir über 90% auf Asphalt-, Sand- und Schotterstraßen unterwegs sein werden. Richtiges Offroad Fahren kommt nur in Notsituationen vor. Immerhin sind wir mit unserem fahrenden Haus unterwegs. Das riskieren wir nicht unnötig.

Da wir auch in entlegenen Gebieten unterwegs sind soll das Fahrzeug leicht zu warten sein und genügend Reserven haben um uns “aus dem Dreck zu ziehen”. Allrad und einfachste Technik ist daher ein muss.

Wir müssen in der Lage sein überall auf der Welt Ersatzteile zu organisieren. Ich muss in der Lage sein alle gängigen Wartungsarbeiten und kleiner Reparaturen selbst durchzuführen. Die Technik muss sich im Dauereinsatz schon als zuverlässig gezeigt haben.

Es muss mit dem alten 3er Führerschein fahrbar sein. Elfi und ich, wir haben keinen LKW Führerschein. Das bedeutet es muss unter 7,49t ablesbar sein.

Das Fahrzeug muss von der Größe in einen verschiffbaren Container passen. Spätestens, wenn wir die Panamericana fahren wollen, dann müssen wir das Fahrzeug verschiffen können.

Die Frage nach der Dimension

Auf einer langen Reise muss das Basisfahrzeug entsprechend der Bedürfnisse dimensioniert sein. Da ich von unterwegs arbeiten werde, brauche ich ein angenehmes Büro. Unser Komfortbedürfnis möchte eine Küche und eine Dusche mit Toilette haben und es muss genug Platz für zwei Menschen und einen Hund bieten.

Das Fahrzeug sollte immer einsatzbereit sein. D.h. keine Klappzelte, Hubdächer oder ähnliches. Als Fotograf muss ich manchmal früh losfahren um meine Motive im besten Licht fotografieren zu können. Da möchte ich nicht erst das Camp abbauen müssen. Vergrößerungen des Aufbaus durch Klappmechanismen sollten wir nicht benötigen.

Die Kriterien

  • Einfache, solide Technik
  • Wartung ohne Spezialwerkzeuge durch uns möglich
  • Allrad – Offroad tauglich
  • Komfort – Straßen tauglich
  • Ersatzteile weltweit lieferbar
  • Erprobtes Weltreisefahrzeug
  • Ablastbar auf 7,49t
  • Groß genug um Komfort für 2 Personen mit Hund zu bieten
  • Feste Kabine möglich ohne Klappzelte und Hubdächer
  • Muss in das Budget passen

Die Suche nach den Möglichkeiten

Mit dieser Liste im Hinterkopf sind wir losgezogen und haben recherchiert. Dabei war das Internet unser erster Anlaufpunkt. Mit den Keywords Fernreisemobil, Expeditionsfahrzeug und Weltreisemobil fanden wir bei Google, YouTube und Instagram eine große Auswahl an Fahrzeugen.

Geländewagen, Pickup mit Kabine oder LKW

Die gängigen Geländewagen wie Toyota Landcruiser, Landrover Defender und Mercedes G-Klasse sind im normalen Aufbau einfach zu klein. Wir haben uns Spezialaufbauten wie z.B. Krankenwagen der Bundeswehr und der englischen Armee angeschaut, aber auch hier sind die Fahrzeuge häufig untermotorisiert und immer noch zu klein.

Pickups wie der Toyota Hilux oder der Ford Ranger mit einer entsprechend absetzbaren Kabine haben auch ihren Charm. Der Gedanke die Kabine absetzen zu können und die Mobilität eines normalen PKWs zu haben sehen wir schon als sinnvoll an. Allerdings ist auch hier der Komfort begrenzt und wir würden das Fahrzeug am Limit seiner Tragfähigkeit fahren. Wir halten hier Folgeschäden durch Überlastung für sehr wahrscheinlich.

Der LKW bietet alles was wir brauchen. Limitierend ist hier nur die Ablastbarkeit auf 7,49t, die vorhanden sein muss. Nachteil des LKWs sind die Wartungskosten und die “Einarbeitung” in das Thema LKW. Dazu kommt auch, dass LKWs natürlich etwas sperriger sind und höher im Verbrauch.

Wie neu bzw. alt sollte das Fahrzeug sein?

Ich muss schon gestehen, dass ich mir gerne die neuen Fahrzeuge auf der Abenteuer Allrad Messe anschaue. Außerdem bin ich auch ein Technik-Geek, der seinen Spaß an technischen Spielereien hat. Aber das musste ich für die Suche nach einem Weltreisemobil außen vor lassen. Ich habe dir hier mal die Vor- bzw. Nachteile von neueren bzw. Oldtimer LKWs aufgelistet. Aus unserer Sicht spricht einiges für die älteren LKWs. Lediglich die Unsicherheit von Gesetzesnormen ist ein Nachteil mit dem wir leben müssen.

Welche Vorteile hat ein Oldtimer-LKW?

  • Anschaffungskosten gering
  • Wartungskosten (kann selbst durchgeführt werden)
  • Unempfindlicher gegen schlechten Sprit
  • Kann “im Busch” repariert werden
  • Einfache, solide und erprobte Technik
  • Teilweise Wertzuwachs anstatt Wertverlust

Welche Nachteile hat ein Oldtimer-LKW?

  • Umweltnorm fragwürdig
  • Weniger Komfort

Welche Vorteile hat ein neuer LKW?

  • Fahrkomfort (Geräuschpegel, Klimaanlage, …)
  • “Intelligentere” Technik (Fahrprogramme, ESP, …)
  • In der Regel geringerer Spritverbrauch

Welche Nachteile hat ein neuer LKW?

  • Hohe Anschaffungskosten
  • Hohe Wartungskosten
  • Nur bedingt wartbar durch uns
  • Empfindlichere Technik
  • EU Norm Motor empfindlich gegenüber schlechtem Sprit
  • Wertverlust

Welche konkreten Kandidaten haben wir uns angeschaut?

Wir haben uns einige Kandidaten angeschaut. Vor allem bei den größeren Händlern, auf Messen und einfach unterwegs, wenn wir ein Fahrzeug gesehen haben. Natürlich ist auch das Internet und gerade YouTube eine tolle Quelle um Informationen zu sammeln.

Steyr

Ein Steyr 680 vom österreichischem Militär
Ein Steyr 680 vom österreichischem Militär

Der Steyr 680M bzw. 680GL ist ein LKW, der vom Militär genutzt wird. Gerade die schweizerische und österreichische Armee mustern momentan diese LKWs aus. Sie sind in der Regel günstig zu ersteigern. Der Nachteil dieses LKWs ist, dass er definitiv keinen Komfort bietet, kein synchrones Getriebe hat und die Fahrerkabine extrem klein ist. Außerdem sitzt der Motor praktisch mitten zwischen Fahrer und Beifahrer. Es ist auch sehr schwierig für dieses Fahrzeug weltweit Ersatzteile zu bekommen. Der einzige Vorteil, den diese Fahrzeuge haben, ist die Tatsache, dass sie natürlich extrem geländetauglich sind. Den Steyr 680 gab es vom Militär als Funkwagen und als Werkstattwagen. Es gibt sie ebenfalls mit unterschiedlichem Radstand.

Die Steyr der Schweizer Armee sind in der Regel besser im Schuss als die Österreichs. Dazu kommt, dass diese Fahrzeuge mit sogenannten Trilex-Felgen ausgestattet sind. Bei diesen Felgen kannst du den Mantel selbst auf dem Reifen wechseln.

Kurzhauber

Die Flotte der Mercedes Kurzhauber ist groß. Der 711er, 911er, 1113er sind die gängigen Modelle. Wobei die 7, 9 und 11 für die Tonnen stehen. Private Kurzhauber sind relativ selten. Die meisten Kurzhauber kommen von der Polizei, dem BGS, der Feuerwehr, dem THW oder von erste Hilfe Trupps wie ASB, Johanniter und Rotes Kreuz. Generell gibt es den Kurzhauber als Kabine für zwei Personen, oder Doppelkabinen für 7 bzw. 9 Personen. Ebenfalls gibt es ihn in 3,60m bzw. 4,20m Radstand.

Es gibt A und B Modelle. Die B-Modelle erkennst du daran, dass sie 3 Scheibenwischer haben. Die älteren A-Modelle haben nur zwei Scheibenwischer. Zu seiner Zeit waren die Mercedes Kurzhauber absolute Hightech Fahrzeuge. Du bekommst die Fahrzeuge mit synchronem Getriebe und Servolenkung. Ein Kurzhauber fährt sich wie ein modernes Auto.

Die Motorisierung ist in der Regel 130 PS oder 168 PS stark. Der 168 PS OM352A Motor mit Turbo gibt dem Kurzhauber richtig Kraft. Der OM352A ist ein Klassiker, der “unverwüstlich” ist. Er wurde von Mercedes lange Zeit gebaut und fand auch im Unimog und moderneren LKWs noch seinen Platz. Lediglich die Umweltauflagen konnten den Motor aus dem Lieferregal nehmen.

Die Kurzhauber wurden mit verschiedenen Getrieben und Übersetzungen ausgeliefert. Bei den Fahrzeugen mit Nebengetriebe handelt es sich in der Regel um ZF Getriebe (häufig Feuerwehr, THW). Die Fahrzeuge, die kein Nebengetriebe benötigen, wurden mit sogenannten G-Getrieben ausgeliefert. Weiterhin bestimmt auch der Einsatzzweck die Übersetzung und damit die Endgeschwindigkeit des Kurzhaubers. Polizei und BGS hatten in der Regel die schnellere Übersetzung, da sie längere Wegstrecken als Feuerwehr und erste Hilfe zurücklegten.

Die Kurzhauber des BGS und der Polizei sind preislich in der Regel wesentlich teurer als die Dokas von Feuerwehr und THW. Das kommt daher, dass viele Fernreisende die große Heckkabine bevorzugen. Für einen BGS Kurzhauber zahlt man heute problemlos 25.000 Euro. Die vergleichbare Doka kostet die Hälfte vom Händler.

Die Heckkabinen von BGS und Polizei sind seitlich abgerundet und nicht sonderlich hoch (ich kann mit 1,86m darin nicht stehen). Das kommt daher, dass die Fahrzeuge auch auf dem Zug transportiert wurden und in die damaligen Zugtunnel passen mussten.

Der Kurzhauber wurde noch lange in Südamerika und in Asien produziert. Dementsprechend gibt es noch jede Menge Ersatzteile. Auf den Straßen Asiens, Afrikas und Südamerikas sind die Kurzhauber noch allgegenwärtig. Sie werden sogar im Iran heute noch in einer moderneren Form gebaut.

Der Kurzhauber ist unglaublich zäh und geländegängig. Wenn du es nicht glaubst, dann schau mal hier. Das ist mein Lieblingsvideo zum Thema Kurzhauber.

Unimog

Krankenwagen Unimog vom Militär
Krankenwagen Unimog vom Militär

Der Unimog (Universal Motorgerät) ist ebenfalls ein Klassiker unter den Reisemobilen. Wir haben uns relativ schnell gegen den Unimog entschieden, da er nicht genug Platz bietet und mit einer zu komplizierten, unnötigen Technik ausgestattet ist. Gerade das Getriebe beim Unimog gleicht der Steuerung eines Raumschiffs.

Magirus 125D10

Wir haben auf der Abenteuer Allrad mit einigen Magirus Fahrern gesprochen. Mal abgesehen davon, dass der Magirus schlecht motorisiert ist, haben wir auch widergespiegelt bekommen, dass die Magirus sehr wartungsintensiv sind. Mit den nicht so einfach zu besorgenden Ersatzteilen ist der Magirus relativ schnell von unserer Liste der möglichen Kandidaten gestrichen worden.

MAN 8.136 FAE

Wir haben uns den MAN vom dänischen Militär angeschaut. An sich scheint das Fahrzeug sehr interessant, allerdings waren alle, die wir uns angeschaut haben, sehr stark gerostet. Deshalb haben wir das Fahrzeug nicht weiter in Betracht gezogen.

Weitere Kandidaten, die wir überflogen haben

Wir haben uns auch noch andere Fahrzeuge angeschaut wie z.B. DAF Y-314, MB 1017 und ähnliche Fahrzeuge. Auch die Doras von Iveco und MAN. Keines der Fahrzeuge konnte uns wirklich überzeugen.

Warum der Kurzhauber?

Mal abgesehen davon, dass der Kurzhauber optisch den meisten Kandidaten oben problemlos den Rang abläuft so sprechen vor allem drei Dinge für den Kurzhauber: Weltweite Ersatzteile, solide und erprobte Technik und er fährt sich wie ein modernes Auto. Die BGS und Polizei Kurzhauber werden nicht ohne Grund so hoch gehandelt. Es ist ein für Fernreisende optimales Fahrzeug.

Dazu kommt, dass das Fahrzeug an sich eigentlich seit Jahren nur noch Wertsteigerungen hat. Hat man ein BGS Fahrzeug vor 10 Jahren noch für 10.000 Euro bekommen, so kosten sie heute in der Regel über 20.000 Euro.

Dazu kommt, dass wir den Kurzhauber auch als Doppelkabine bekommen. Beim Reisen mit Hund ist das ein wichtiger Vorteil.

Welche Modelle des Kurzhaubers haben wir uns angeschaut?

Es gibt den Kurzhauber in unzähligen Modellen. Alle haben Vor- und Nachteile. Hier ist was uns bei der Auswahl aufgefallen ist.

BGS / Polizei Funk- bzw. Werkstattwagen

Die Fahrzeuge sind superbeliebt und deshalb im Schnitt die teuersten Vertreter der Kurzhauber Varianten. Die Kabine ist eine Einzelkabine mit relativ wenig Platz. Für zwei Personen mehr als genug, aber drei Personen sind nicht drin. Ein kleiner Hund würde noch mit in die Kabine passen, aber da wird es schon kuschelig.

Im Vergleich zu vielen Feuerwehrfahrzeugen zeigten die Wagen, die wir uns angeschaut haben, relativ viel Rost am Aufbau. Der Aufbau ist zu niedrig. Ich kann mit meinen 1,86m weder im Funk-, noch im Werkstattwagen stehen. Die Fahrzeuge gibt es mit 3,60m und 4,20m Radstand.

Ein Vorteil dieser Fahrzeuge ist der schon außen liegende Tank und häufig auch die schnellere Übersetzung. Die Fahrzeuge haben auch kein Nebengetriebe. Generell gilt das G-Getriebe als weniger anfällig als die ZF-Getriebe.

Feuerwehr Doka

Das ist nicht der blaue Klaus, aber eine FW mit langem Radstand und großer Doppelkabine
Das ist nicht der blaue Klaus, aber eine FW mit langem Radstand und großer Doppelkabine

Die Feuerwehrfahrzeuge sind meistens mit einer Doppelkabine ausgestattet. Im Vergleich mit den anderen Fahrzeugen ist uns aufgefallen, dass die FW Fahrzeuge in der Regel am besten in Schuss waren. Sie standen in Hallen und haben regelmäßig ihre Wartung bekommen.

Wichtig ist, dass diese Fahrzeuge regelmäßig gefahren wurden. Unser Kurzhauber hatte nach 44 Jahren 15.000 km auf dem Tacho. Laut Begleitheft ist der Motor bei 20.000 km eingefahren.

Es lohnt sich mit einem der Feuerwehrmänner zu sprechen und nach dem Einsatz des Fahrzeuges zu fragen. Unser Kurzhauber wurde in den letzten Jahren z.B. jede Woche gefahren, damit die Jugendfeuerwehr damit trainieren konnte.

Bei den FW Fahrzeugen ist natürlich das Thema Blaulicht und Sirene zu berücksichtigen. Je nach Bundesland gibt es hier unterschiedliche Regularien. Wir haben beides abmontiert.

Was du auch nicht unterschätzen solltest ist der Gewinn aus dem Verkauf der FW Utensilien im Auto. Wenn diese beim Kauf noch im Auto sind, dann kann sich das durchaus lohnen. Wir haben z.B. alleine die Wasserpumpe für 400 € verkauft und die Sirenen gingen für 300 € nach England.

Viele FW Fahrzeuge haben einen sehr kleinen (60-120l), innen verbauten Tank. Dieser muss definitiv für ein Fernreisemobil ersetzt werden.

Die Dokas gibt es in zwei Größen. Wir haben uns für die kleine Variante entschieden. Das hat es uns ermöglicht ein Fahrzeug mit dem kurzen Radstand zu wählen. Dadurch ist unser Fahrzeug relativ wendig. Es gäbe noch die Alternative eine große Doka zu nehmen und das Bett direkt hinten in die Doka zu bauen. Wir haben uns dagegen entschieden, weil wir von unseren Wüstentouren wissen, dass die Fahrerkabine innerhalb von zwei Tagen versandet sein wird. Und unser Bett wollen wir gerne möglichst sandfrei haben.

THW Doka

Der Kurzhauber beim THW.
Der Kurzhauber beim THW. Langer Radstand, kurze Doppelkabine.

Wir hatten am Anfang ein starkes Interesse an den THW Fahrzeugen. Grund dafür waren der außen liegende Tank und die Seilwinde. Allerdings waren die THW Fahrzeuge in der Regel mit starken Gebrauchsspuren versehen. Dazu kommt, dass die Seilwinde ein enormes Gewicht hat und damit für die Ablastung hätte ausgebaut werden müssen. Daher haben wir uns nicht für einen THW entschieden.

Johanniter/Rotes Kreuz/ASB Krankenwagen

Der 911er als Krankenwagen
Der 911er als Krankenwagen

Wir haben uns zwei Wagen von den Johannitern angeschaut. Beide Wagen waren aufgebaut wie die BGS/Polizei Fahrzeuge. Allerdings waren sie in einem erbärmlichen Zustand. Ich muss aber fairerweise gestehen, dass die Fahrzeuge nicht direkt bei den Johannitern angeschaut wurden, sondern erst durch die Hände von ein paar Händlern gegangen sind. Wo die Fahrzeuge in den schlechten Zustand übergegangen sind ist damit ungewiss.

Ausgebaut kaufen, oder selber ausbauen?

Wir sehen den Ausbau der Fahrzeugs als wichtigen Teil unserer Reise an. Deswegen sind wir nie wirklich auf den Gedanken gekommen ein fertiges Fahrzeug zu kaufen. Trotzdem haben wir danach im Internet gesucht um eine Indikation zu bekommen was ein ausgebautes Fahrzeug für einen Verkaufswert hat. Ausgebaute BGS / Polizei Kurzhauber liegen bei 45.000 Euro aufwärts.

Privat kaufen, beim Händler kaufen, oder ersteigern?

Andy und Nala bei der Inspektion des blauen Klaus (noch vor Kauf)
Andy und Nala bei der Inspektion des blauen Klaus (noch vor Kauf)

Wir haben keinerlei private Angebote gefunden, aber wir haben uns auch etliche Händlerangebote angeschaut. Die Händler ersteigern diese Fahrzeuge und verkaufen sie weiter. Dabei entsteht der Eindruck, dass die Fahrzeuge aufgearbeitet wurden und man einen vermeintlich sichereren Kauf tätigt. Ich zweifele das an. Die Fahrzeuge, die wir uns bei den Händlern angeschaut haben sahen an den entscheidenden Stellen nicht anders aus, als die Fahrzeuge bei der Feuerwehr. Auch dort werden die Fahrzeuge regelmäßig gewartet und gepflegt.

Nach langer Recherche haben wir herausgefunden, dass die Händler kein Fahrzeug unter 11.000-12.000 Euro verkaufen, weil sie die Fahrzeuge für diesen Preis nach Afrika verkaufen können und aus Afrika in der Regel keine Reklamationsansprüche kommen.

Mit dieser Rechnung im Hinterkopf haben wir uns entschlossen ein Fahrzeug im Internet zu ersteigern. Wir haben uns das Fahrzeug angeschaut und dann auf der Webseite des Vebeg ein Angebot abgegeben. Das Mindestangebot für das Fahrzeug lag bei 8.000 Euro. Wir haben 10.151 Euro geboten und das Fahrzeug für 8.200 Euro ersteigert. Wäre das Fahrzeug nichts gewesen hätten wir es jederzeit ebenfalls mit Gewinn nach Afrika verkaufen können. Damit sahen wir keinerlei ernsthaftes Risiko in der Ersteigerung des Fahrzeugs.

Zu der Ersteigerung kommt zusätzlich noch, dass die Feuerwehr großzügig das Equipment im Fahrzeug belassen hat. Stand heute haben wir aus dem Verkauf des Equipments ca. 2000 Euro refinanziert. Damit haben wir das Fahrzeug für ungefähr 6.200 Euro erstanden. Besser geht es nicht.

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