Hinab in die Tolminska Korita – Triglav Nationalpark – Slowenien ­č窭čç░ – Mit dem Auto ­čÜŚ durch den Balkan 03/09

Ich strecke meine Hand in das k├╝hle Nass der Tolminska. Es f├╝hlt sich an wie normales Wasser, aber es sieht aus wie fl├╝ssige Luft. Keine Tr├╝bung, keine Schwebeteilchen verhindern den Blick auf die Kieselsteine am Boden des Flusses. W├╝rden die unz├Ąhligen Felsen und Steine nicht ab und an die Wasseroberfl├Ąche brechen, dann w├╝rden meine Augen das Wasser ├╝berhaupt nicht erfassen k├Ânnen. Die K├╝hle am Boden der Schlucht, das saftige Gr├╝n an den H├Ąngen und das bezaubernde Fl├╝sschen waschen mir Dreck, Staub und Sorgen von der Seele. Meine Gedanken gehen auf Wanderschaft. Erholung pur. Lese den Artikel oder schau das Video, wenn du mehr ├╝ber diesen wundersch├Ânen Ort erfahren m├Âchtest.

Wir r├Ąumen die Teller ab und ich schlurfe den Rest Kaffee aus meiner Tasse. Ich habe geschlafen wie ein B├Ąr. Nachdem der Toyota repariert ist stehen all meine Sinne auf Urlaub und Erholung. Unser heutiges Ziel ist die Tolminska Korita.

Ich freue mich wie ein kleines Kind als der Motor des Toyota schnurrt wie ein K├Ątzchen. Im R├╝ckw├Ąrtsgang rollen wir vom Gel├Ąnde der Ferienwohnung. Zur Tolminska Korita geht es nur bergab. Die ersten Kilometer sind mir mittlerweile bekannt und ich schenke dem Navi keine gro├če Beachtung.

Tolminska Korita mit Hund

Wir fahren keine halbe Stunde als wir auf einem kleinen Parkplatz zum stehen kommen. Noch ist der Parkplatz verh├Ąltnism├Ą├čig leer, aber die Schilder f├╝r die Busse lassen erahnen welche Touristenmassen hier sonst durchgeschoben werden.

Ich packe die Kamera aus und mache einige Aufnahmen. Es ist herrlich k├╝hl hier. Auch wenn wir den kleinen Fluss noch nicht sehen k├Ânnen, so h├Âren wir doch schon sein Rauschen.

Elfi hat Nala angeleint und wir schlendern zum Kassenh├Ąuschen. Die ├Ąltere Dame hinter dem Tresen ist etwas wortkarg aber l├Ąchelt freundlich. Wir l├Ącheln zur├╝ck und verabschieden uns. Es geht noch weiter hinab in die Schlucht.

Schon von oben ist das Wasser im Flussbett nur schwer zu erkennen. W├╝rden die tiefen Stellen nicht t├╝rkisblau leuchten w├╝rde ich glauben, dass der Fluss kein Wasser f├╝hrt.

Nachdem wir die h├Ąlfte des Abstiegs hinter uns gebracht haben, haben wir eine freie Sicht in die Klamm. Paradiesisch. Das ist das erste Wort was mir dazu einf├Ąllt.

Elfi und Nala an der Tolminska
Elfi und Nala an der Tolminska

In einer engen Schlucht, deren Felsw├Ąnde immer wieder von Farnen und anderen Pflanzen im saftigen Gr├╝n unterbrochen werden, schl├Ąngelt sich ein Fluss dessen Wasser nicht klarer sein k├Ânnte.

Findlinge und kleinere Steine brechen die Wasseroberfl├Ąche und zeigen dem Auge wie kraftvoll hier das Wasser sich seinen Weg in das Tal bahnt.

Fluss-Idyll in Slowenien
Fluss-Idyll in Slowenien

Auf schmalen Wegen, entlang der Felswand, laufen wir die Schlucht entlang. Dort wo es nicht m├Âglich war eine Treppe oder Br├╝cke an den Fels zu bauen, da haben findige Arbeiter einen Tunnel durch das Massiv gebuddelt. F├╝r Nala sind die Wege Abenteuer pur. Die H├Ąngebr├╝cke toppt das Ganze.

Das Gr├╝n an der Felswand
Das Gr├╝n an der Felswand

Nach einer gewissen Zeit tauchen auch mehr Touristen auf. Anscheinend sind die ersten Busse eingetroffen. Jetzt wird es eng in der Klamm.

Wir verlassen die Klamm am anderen Ende. Hier gibt es noch eine H├Âhle. Vor deren Eingang, im Schatten der Felsen, machen wir es uns gem├╝tlich. Wir f├╝llen unseren Fl├╝ssigkeitshaushalt auf und genie├čen den Moment, dann geht es aussen herum zur├╝ck zum Auto.

Der R├╝ckweg geht au├čerhalb der Klamm entlang
Der R├╝ckweg geht au├čerhalb der Klamm entlang

Soca – Entspannen am Fluss

Wir suchen uns in Tolmin ein kleines Cafe, bestellen uns den lokalen Kuchen (Cremeschnitta – 15% Sahne, 80% Pudding, 5% Teig) und leben wie “Gott in Slowenien”.

Cremeschnitta und Latte Macchiato
Cremeschnitta und Latte Macchiato

Nachdem wir bezahlt haben entschlie├čen wir nochmal an die Soca zu fahren. Wir wollen noch nicht zur├╝ck in die Ferienwohnung und haben aber nichts weiter geplant. Obwohl wir eher Wanderkajak und Seekajak fahren als Wildwasserkajak ist uns die Soca ein Begriff. Dieser Fluss ist der Traum vieler europ├Ąischer WW-Kajaker.

Ich fahre mit dem Finger ├╝ber Google Maps und suche uns am Handy einen geeigneten Parkplatz. Nach 5 Minuten werde ich f├╝ndig. Da ist ein Friedhof an der Soca, da wird es auch einen Parkplatz geben.

Der Trampelpfad zur Soca
Der Trampelpfad zur Soca

Obwohl die Strecke nicht weit zu fahren ist sind wir eine Weile unterwegs. Es liegt am letzten St├╝ck des Weges. Wir queren ein Gel├Ąnde mit verlassenen H├Ąusern. Es ist schon ein bisschen gruselig. Warum die Geb├Ąude wohl leer stehen?

Vom Parkplatz aus f├╝hrt ein kleiner Trampelpfad zur Soca. Wir machen es uns auf einer Kiesbank gem├╝tlich. Auch die Soca f├╝hrt kristallklares Wasser.

Wir sind ganz alleine auf dem Kiesstrand
Wir sind ganz alleine auf dem Kiesstrand

Nala steht schon drin und ich geselle mich hinzu. Ich genie├če das kalte Wasser, dass um meine Beine sp├╝lt. Dunkle Schatten schie├čen immer wieder durch das Wasser. Es sind marmorierte Forellen.

Nala an der Soca
Nala an der Soca

Marmorierte Forellen sind eine f├╝r Forellen extrem gro├če Art. Mit einer L├Ąnge von 1,20m und einem Gewicht bis zu 30 kg stehen sie einem Lachs in nichts nach. Herrlich diese Fische hier in der freien Natur beobachten zu k├Ânnen.

Wir drehen noch einige Runden mit der Drohne bevor wir zur├╝ck in die Ferienwohnung fahren. Noch unterwegs treffen wir die Entscheidung, dass wir weiter in Richtung S├╝den fahren wollen. Nachdem der Toyota zicken gemacht hatte war es nicht klar ob es klug w├Ąre weiterzufahren, aber nachdem er heute wieder ohne Zucken und Mucken seine Arbeit verrichtet hat sind wir zuversichtlich.

Bei einem kalten Bier planen wir die n├Ąchsten Tage und buchen unsere Unterk├╝nfte.

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