Geheimtipp Pokljuska Soteska – Triglav Nationalpark – Slowenien ­č窭čç░ – Mit dem Auto ­čÜŚ durch den Balkan 06/09

Diese Klamm ist anders. In ihr flie├čt kein Wasser in kleinen Kaskaden den Berg hinab. In ihr tummeln sich nicht hunderte von Touristen, sondern es herrscht Einsamkeit. Sch├Âne, be(un)ruhigende und erfrischende Einsamkeit.

Wir folgen einem kleinen Feldweg bis zu einem Parkplatz. Wir sind die Ersten, die hier ihr Auto abstellen. Nala ist schnell versorgt und auch wir schn├╝ren uns die Rucks├Ącke auf den R├╝cken. Wir sind schon gespannt die wundersch├Âne Natur Sloweniens hier zu entdecken.

Der kleine Pfad geht langsam bergauf. Noch ist nicht zu sehen von der Schlucht. Wir stiefeln durch einen lichten Laubwald und gehen auf Entdeckertour. Hier wachsen etliche Pilze, die wir nicht zuordnen k├Ânnen und Insekten schwirren durch die Luft.

Einsamer Wanderweg. Ideal zum wandern mit Hund.
Einsamer Wanderweg. Ideal zum wandern mit Hund.

Zu unserer Rechten taucht eine Felswand auf. Wir folgen der Wand bis wir in eine H├Âhle abbiegen k├Ânnen. In ihr hat sich meterhoch das Laub gesammelt. Jahr f├╝r Jahr fallen hier die Bl├Ątter durch die L├Âcher in der Decke auf den Boden und bilden f├╝r Nala ein Buddel und Spielparadies.

Doch die H├Âhle ist nur ein kleiner Abstecher. Vorsichtig setzen wir einen Fu├č vor den Anderen, denn der Weg ist steil bis wir weiter in die Galerie abbiegen. Die Galerie ist wie ein kleiner Kessel zwischen den Felsw├Ąnden. Hier steht eine Bank, ein paar Hinweistafel und Holzwege gehen an den Felsen entlang. In ungef├Ąhr 5 Metern h├Âhe scheint der Weg im Nichts zu verschwinden. Von hier sieht es aus als w├╝rde der Weg einfach aufh├Âren.

Der Ausgang aus der Galerie
Der Ausgang aus der Galerie

Doch, als wir die Stufen hinaufgegangen sind, dem Holzsteg folgten, dann konnten wir sehen, dass der Weg in einer engen Felsspalte endet. Stufe f├╝r Stufe geht der Weg hinauf. Die W├Ąnde kommen immer n├Ąher bis der Spalt nur noch einen Meter breit ist. Ich habe meinen Rucksack abgezogen, damit ich nicht stecken bleibe.

Wir folgen dem Holzweg
Wir folgen dem Holzweg

Doch so schnell wie der Weg sich verengt hat, so schnell verlassen wir die Spalte wieder und stehen in einem wundersch├Ânen, gr├╝nen Wald. Auf dickem Waldboden wandern wir weiter. Jeder Schritt f├╝hlt sich weich, ja geradezu geborgen an. Die Luft ist frisch und w├╝rzig. Waldluft eben.

Ich verlasse die Enge und trete in einen gr├╝nen Wald
Ich verlasse die Enge und trete in einen gr├╝nen Wald

Aber es dauert nicht lange, da verengt sich der Weg wieder. Kurz bevor sich der Weg wieder in einen winzigen Pfad durch die Felsen verwandelt dr├╝ckt Nala ihre Nase auf den Boden. Sie steht in einem blattgedr├╝ckten Loch in mitten einer gr├╝nen Grasfl├Ąche. Hier hat heute Nacht etwas geschlafen. Es muss sehr gro├č gewesen sein. Nala zieht ihre Kreise um das Feld. Sie sucht den Ausgang der Duftspur. Wenn Tiere lange Zeit an einem Ort verharren, dann entsteht um sie herum ein Duftpool. Diesen Pool checkt Nala ab. Es muss ja einen Ausgang geben. Irgendwo muss das Tier den Pool verlassen haben.

Alle Tiere m├╝ssen diesen Weg nehmen.
Alle Tiere m├╝ssen diesen Weg nehmen.

Meine Blicke wandern auf den Boden, doch der trockene Waldboden gibt keine Spuren preis. Ich lege meine Hand in die Kuhle, aber der Boden ist nicht mehr warm. Ich gehe davon aus, dass das Tier schon seit den fr├╝hen Morgenstunden nicht mehr da ist.

Bei unseren Touren durch Nordamerika und Afrika haben wir von den Rangern und Trackern gelernt unsere Umgebung nach Spuren abzusuchen. Ein paar Meter weiter finde ich einen Baum. In beachtlicher H├Âhe sind Kratzspuren in der Rinde, ├Ąhnlich deren, die uns B├Ąrenforscher in Schweden einmal gezeigt hatten. Daher tippe ich auf einen B├Ąren. Slowenien hat die h├Âchste Braunb├Ąrendichte in Mitteleuropa. Wir rufen Nala zu uns, die mittlerweile den Ausgang aus dem Pool anzeigt. Sie scheint mit ihrer Arbeit zufrieden zu sein.

Auf den n├Ąchsten hundert Meter wird uns klar, dass dies ein perfekter Wildwechsel ist. Der schmale Pfad zwischen den hohen Felsw├Ąnden ist die einzige M├Âglichkeit f├╝r alle Tiere hier kr├Ąftesparend durchzukommen.

Nach ca.4,5 km verlassen wir die Schlucht und folgen einem Forstweg. Von hieraus geht es wieder zur├╝ck, allerdings nicht durch die Schlucht, sondern au├čen herum durch eine wundersch├Âne Alpenlandschaft wie aus einem Heidi-Film.

Wir durchqueren ein kleines Gebiet mit Ferienh├Ąusern und machen es uns auf einer Wiese gem├╝tlich. Jetzt gibt es erstmal Brotzeit. Die Landschaft wirkt schon etwas kitschig.

Wir folgen dem Weg weiter bergab und treffen das erste Mal auf zwei weitere Wanderer kurz bevor wir am Auto sind. Nachdem wir heute Morgen die einzigen auf dem Parkplatz waren, sind nun ein paar Autos mehr zu sehen. Alle haben slowenische Nummernschilder. Es ist Sonntag. Die Einheimischen scheinen die Tour genauso zu genie├čen wie wir auch. Ein echter Geheimtipp.

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